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Ein Tag eines MBA-Studenten an der Columbia Business School

07:45 Wie üblich. Meine Nachbarin weckt mich. Nein, nicht persönlich, sondern mit Musik. Irgendein orientalisches Geleier dröhnt durch die Pappwände. Aber ich möchte nicht undankbar sein. Diese internationalen Studentenwohnheime in New York haben auch ihr Gutes. Nur selten habe ich so leicht und ungezwungen interessante Bekanntschaften gemacht, mich mit Studenten anderer Nationalitäten austauschen können. Es erweitert den Erfahrungsschatz und die Flexibilität, und ich liebe die Ausflüge und Partys am Wochenende. Und so warte ich gelassen lächelnd, bis sich die Musik um 8 Uhr ausschaltet. Eine Viertel Stunde später werde auch ich aufstehen, denn wer schneller arbeitet, kann ruhig etwas länger schlafen.

08:15 Und nun zum Ernst des Lebens. Ein langer Studientag wartet, der wochentags regelmäßig bis zum späteren Abend (präziser: bis zum frühen Morgen) andauert. Für das Frühstück nehme ich mir nicht viel Zeit; ist nicht meine Tageszeit. Ein Apfel oder ein Joghurt, manchmal ein Brötchen. Heute die schnelle Lösung: Eine Kiwi zweiteilen und kurz über der Spüle auslöffeln. Ich weiß, das hat nicht viel Stil. Aber im Laufe des Tages werde ich dann besser essen. In New York gibt es eine Fülle von Restaurants verschiedenster Nationalitäten; ich werde so viele wie möglich durchprobieren: abends, manchmal mittags. Wer wie ich Zeit an der Kiwi spart, kann dann allerdings etwas länger duschen. Ich quäle mich auch heute wieder durch meine 10-15 Minuten Wechselduschen (heiß, kalt, heiß usw.). Nichts für jedermann. Aber ich werde nur dadurch so richtig wach. Kurz die Emails checken – Deutschland ist sechs Stunden weiter, da wird also schon etwas Post gekommen sein. Außerdem gibt es immer noch ein paar wahnsinnige Kommilitonen, die um halb vier Uhr morgens die letzte Email vor dem Schlafengehen verschicken. Anschließend geht es auf zur Uni, knapp zehn Minuten zu Fuß.

09:00- 10:30 Die erste Vorlesung: Corporate Finance; ein Pflichtfach. Und jetzt zahlt es sich aus, schon am frühen Morgen hellwach zu sein. Die &Mac226;Schlagzahl’ an der Columbia Business School ist regelmäßig hoch, vor allem in Finance – neben Marketing der Bereich, für den das MBA-Programm an der Columbia Business School besonders bekannt ist. Heute geht es um Unternehmensbewertung und Cash Flow. In der Vorlesung muss man sich bis zur Erschöpfung konzentrieren; sonst „läuft einem der Professor davon“. Eine gründliche Vorbereitung ist ein weiteres Muss. Vor allem die umfangreichen Fallstudien wird nur der verstehen, der das vorher ausgeteilte Material wirklich intus hat (Kapitel aus den Textbooks, Artikel aus Fachzeitschriften etc). Hilfreich in Finance: Ein solider Hintergrund in Mathematik: Wer die Gleichungen nicht spielend verstehen und interpretieren kann, kommt bei diesem Tempo nicht mit – da bleibt dann nur eine elendig lange Nacharbeit; das kann man sich zeitlich nicht in allzu vielen Fächern leisten (zumindest während der stressigen ersten sechs Monate des Studiums). Eine Beteiligung am Unterricht ist gewollt und hilfreich, wenn man den Stoff wirklich aufnehmen möchte.

10.30-10.45 Kurze Pause. Reicht für ein schnelles Sandwich, einen Kaffee, Smalltalk mit anderen Studenten.

10:45-12:15 Nächste Vorlesung: Investment Banking Tax Factors; ein Wahlfach. Selbes Gebäude. Mein Lieblingsprofessor: Fachlich und didaktisch beeindruckend, aber auch sehr anspruchsvoll. Heute beschäftigen wir uns mit einer aktuellen Fallstudie aus dem Bereich Mergers and Acquisitions: Eine Gruppe von Studenten stellt die steuerlichen Implikationen eines Mergers vor, der steuerlich einen so genannten „Step-Up“ bewirkt hat. Werde ich mich dazu jetzt näher auslassen? Nein, möchte niemanden quälen. Ich verrate nur so viel: Danach ist eine Pause bitter nötig.

12:15-14.00 Mittagessen und Besprechung mit der Projektgruppe; Thema: Marketing Strategy. Vier Köpfe. Wir werden uns in diesem Monat ungefähr sieben Mal treffen; dann muss das Projekt über ca. 20 Seiten schriftlich ausgearbeitet sein. Die heutige Vorbesprechung läuft entspannt: Kurzes Brainstorming, erste Strukturierung der Vorgehensweise, grobe Aufgabenzuweisung. Am Ende habe ich das Gefühl, dass wir die wesentlichen Weichen gestellt haben. Mehr kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.

14:00-14:30 Ich ruhe mich auf den Treppen der Uris Hall aus, die regelmäßig überfüllt sind mit Studenten. Ich lese die Financial Times und tanke Sonne.

14:30-15:00 Die letzte Vorlesung des Tages: Corporate Strategy. Wir gehen zwei Fallstudien durch, die zu Hause vorzubereiten waren. Sehr umfangreiches Material.

15:15 On Campus Vorstellung von Boston Consulting. Ich möchte ins Investment Banking, nicht in die Unternehmensberatung. Dennoch recht interessant. Das Buffet allein war den Besuch wert. Unternehmenspräsentationen dieser Art finden hier ständig statt. Leider ging das schon kurz nach Studienbeginn los - und die Phase der ernsthaften Jobinterviews mit diesen Firmen schließt sich kurz darauf an: die so genannten Recruiting Days. Viele meiner Kommilitonen waren sich bis dahin noch recht unsicher, welche berufliche Richtung sie einschlagen wollen; die waren davon ausgegangen, dass man in einem Zwei-Jahresprogramm viel Zeit hätte, diese Entscheidung länger reifen zu lassen.

16:00-18:00 Uhr Ich bereite die Corporate Finance Vorlesung von heute Morgen in der Bibliothek der Business School nach.

18:00-20:00 Mit einigen Freunden, mit denen ich mehrere Vorlesungen gemeinsam besuche, bereiten wir verschiedene Fallmaterialien für die nächsten Termine vor. Etwas knapp terminiert; vieles wurde nur angerissen.

20:00-23:00 Nach so viel Lernerei verdienter Feierabend? Nein! Das Nach- und Vorbereiten der Vorlesungen kostet wirklich viel Zeit. Aber bis 23 Uhr mache ich erst mal eine Pause. Eine Stunde Basketball im Columbia Gym, anschließend Abendessen mit einer Bekannten: Sushi in einem kleinen, japanischen Restaurant in Midtown - sehr gut. Danach ist noch eine halbe Stunde Zeit für einen der Aufenthaltsräume des Studentenwohnheims. Wir tauschen Erfahrungen aus, beklagen uns, dass wir so viel zu tun haben (obwohl es uns eigentlich gut gefällt und wir uns hier sehr wohl fühlen), und wir schmieden Pläne für das kommende Wochenende (an Wochenenden lerne ich zwar auch, aber deutlich entspannter).

23:00-02:30 Vor- und Nachbereiten von Vorlesungen. Zwischendrin erledige ich auch private Post, schreibe noch ein paar private Emails. Der Austausch studienbezogener Emails mit anderen Studenten, Technical Advisern und Professoren findet übrigens ständig über den ganzen Tag verteilt statt.

Wann ich morgen früh zum Klang orientalischer Gesänge aufstehen werde, um einen ähnlichen Tag zu erleben wie den heutigen, wisst ihr ja. Vielen Dank für das Interesse, und viel Glück mit euren MBA-Plänen!


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